Wer kann uns helfen?
Das alte Südmarkhaus wurde 1945 durch einen Bombentreffer schwer beschädigt. Dabei ging das gesamte Archiv zugrunde. Wir sind dabei, es wieder aufzubauen.

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Adresse
Verein Südmark
Joanneumring 11
A-8010 Graz
Tel. und Fax: 0316/825318
E-mail: info@kulturverband.at

Gründung des Vereines Südmark

Als der deutsche Bauer Josef Franz aus St. Egydi (Šentilj) bei Marburg an der Drau (Maribor) sich 1887 wegen einer Mißernte gezwungen sah, seinen Hof an einen slowenischen Interessenten zu verkaufen, veranlaßte dies den Grazer Privatschulinhaber Josef Feichtinger zu einer Geldsammlung unter Freunden, um den Verkauf zu verhindern. Dies gab den Anstoß zur Gründung eines Schutzvereines, die vorbereitenden Beratungen fanden im Gasthof „Zur Stadt Triest“ (später „Steirerhof“) am Jakominiplatz statt.

Der Verein
Südmark wurde am 24. November 1889 im Gemeinderats-sitzungssaal des Grazer Rathauses gegründet. Mit seinem Namen wies er auf das für die geplante Tätigkeit vorgesehene Gebiet hin, nämlich die „gemischtsprachigen Bezirke Steiermarks, Kärntens, Krains und des Küstenlandes“. Später fiel auch Tirol in den Wirkungskreis des Vereines.

„Nicht als Angreifer treten wir Nachbarvölkern gegenüber, sondern als Männer eines großen deutschen Volkes, die es als ihre Pflicht erachten müssen, den Boden unseren Nachkommen zu erhalten“ – so wurde das Bestreben des Vereines damals umrissen. Zudem betonte der Verein das „Nicht(partei-)politische“ seiner Bestrebungen: „Da der Verein sich von allen politischen Angelegenheiten fernhält, so ist auch jedem deutschen Manne ohne Unterschied seiner politischen Ansicht der Eintritt in denselben ermöglicht.“

Die Südmark bis zum Ersten Weltkrieg
 
Der Verein Südmark sah seine Aufgabe zunächst insbesondere in der wirtschaftlichen Hilfe für die Deutschen im Sprachgrenzbereich der Steiermark, Kärntens, Krains und des Küstenlandes. Die Einnahmen des Vereines kamen durch Mitgliedsbeiträge, Zuwendungen von Gemeinden in den bedrohten Gebieten sowie von den Landtagen der Steiermark, Kärntens und Niederösterreichs zustande, weiter durch Spenden, Vermächtnisse, Festerträgnisse, Wohltätigkeitslotterien (erstmals 1908) und Verkaufsgegenstände: Abzeichen, Postkarten, Zündhölzer, Briefpapier. Die Hoffnung auf großzügige Förderung durch die sonst für soziale und kulturelle Belange sehr aufgeschlossenen Sparkassen erfüllte sich nur in sehr geringem Maße.

Zu Ende des ersten Vereinsjahres zählte der Verein bereits 2.500 Mitglieder in 21 Ortsgruppen, ein Jahrzehnt nach der Gründung waren es 20.000 Mitglieder in 170 Ortsgruppen. Besonderen Zulauf brachten dem Verein zwei politische Ereignisse im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts: der Streit um die slowenischen Parallelklassen am Cillier Gymnasium und die Badeni’schen Sprachverordnungen. Bis 1914 stieg die Zahl auf 90.000 Mitglieder (darunter waren 600 Arbeiter aus Marburg) in 948 Ortsgruppen an; davon waren 50 Frauen- und Mädchenortsgruppen. Dazu kamen noch 20 Südmarkvereine im Deutschen Reich.

Die Dichter Peter Rosegger, Ottokar Kernstock, Hans Kloepfer, Karl Morré, Rudolf Hans Bartsch, Ludwig Mahnert, Max Mell, Franz Nabl, Paul Anton Keller, Paula Grogger und Margarete Weinhandl zählten zu Förderern der Südmark. Der Ausbreitung der Schutzvereins-Idee dienten eigens angestellte Wanderlehrer, die den Mitgliedern die konkreten Ziele des Vereines erläuterten und Außenstehende für die Vereinsarbeit gewannen.

Die umfassende – bald auch kulturelle Belange betreffende – Tätigkeit der Südmark äußerte sich in einer Hagelschadenhilfe für die Bauern von St. Egydi, einer Erdbebenhilfe für die Deutschen in Laibach (Ljubljana) im Jahr 1895, in der Hilfe bei der Errichtung eines Studentenheimes für Mittelschüler in Gottschee (Kocevje), der Unterstützung der Studentenheime (für deutsche Mittelschüler) in Cilli (Celje) und Pettau (Ptuj), der Einrichtung einer Studentenküche für Mittelschüler in Marburg sowie der Errichtung einer Dienstbotenherberge in Marburg; der Verein deutscher Hochschüler in Laibach erhielt für seine Gründung einen namhaften Betrag. Die Errichtung der „Südmärkischen Volksbank“ (1899/1900) gab dem Verein einen starken Rückhalt bei seinen Förderungsmaßnahmen.

Im Zuge ihrer kulturellen Tätigkeit veranstaltete die Südmark Sonnwendfeiern (zumeist gemeinsam mit den örtlichen Turnvereinen), sie gab ein Südmark-Liederbuch (wiederholte Auflagen) heraus, in Görz (Gorizia) bestand ein Südmärkischer Sängerbund und 1902 wurde in Graz innerhalb der Südmark ein Volksgesangverein gegründet (der als Volksliedchor des Österreichischen Alpenvereines im Jahre 2002 seine 100-Jahr-Feier begehen konnte). Eine Großtat war die Einrichtung der „Südmarkbüchereien“ – bis zum Ersten Weltkrieg waren es 326 Volksbüchereien mit zusammen 21.000 Bänden!

Als Vereinslokal hatte der Südmark zunächst ein Zimmer in der Frauengasse 4 genügt, später waren die Vereinsräume im „Gemalten Haus“ (Herrengasse 3) untergebracht, dann im „Wilden Mann“ (Jakominigasse 3).

1910 konnte der Verein das Haus am Joanneumring 11 – das heutige Südmarkhaus – erwerben, wo in zwei Stockwerken die Arbeitsräume eingerichtet wurden, während das Erdgeschoß der Verkaufs- und Versandabteilung Platz bot. 

 

       

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Das "alte" Südmarkhaus
Graz, Joanneumring 11 

     
Kriegs- und Nachkriegsjahre

Die für 8. September 1914 in Klagenfurt geplante Jahreshauptversammlung der Südmark wurde wegen des Kriegsausbruches (28. Juli) abgesagt. Sofort stellte sich der Verein in den Dienst der Heimat: Von 1914 bis 1916 diente ein „Südmark-Genesungsheim“ in Kroisbach bei Graz der Betreuung erholungsbedürftiger Soldaten, mit einem „Südmark-Kriegsopferschatz“, einem „Südmark-Kriegswaisenschatz“ und einem „Südmark-Kriegsheimstättenschatz“ wurden Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet, Kinder von Gefallenen und Wohnungssuchende unterstützt.

Nach Kriegsende diente ein „Südmark-Freiheitsschatz“ zur wirtschaftlichen Unterstützung der aus der Untersteiermark vertriebenen Deutschen. Im Südmarkhaus wurde die „Deutsche Mittelstelle“ eingerichtet, die alle Unterlagen über deutsche Forderungen gegenüber den Alliierten und ihren Verbündeten sammelte und wissenschaftlich auswertete: Der Beobachtung der Verletzung von Minderheitenschutzverpflichtungen widmete sich insbesondere der an der Universität Graz lehrende Geograph Prof. Dr. Robert Sieger.

Die Südmark trug auch die Kosten der vom Akademischen Senat der Universität Graz in deutscher und englischer Sprache verfaßten Denkschrift über die Südgrenze der Steiermark, die maßgeblichen Staatsmännern, Verbänden und Zeitungen überreicht wurde.

Aus einem 1919 für die Söhne heimatlos gewordener Deutsch-Untersteirer errichteten Notschülerheim ging 1920 das „Südmark-Studentenheim“ in der Körblergasse hervor, das 70 Mittelschülern Platz bot; ein Gegenstück für Mädchen konnte erst 10 Jahre später verwirklicht werden (s. u.). 

      

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Südmark-Studentenheim
Graz, Körblergasse 23

 

 

 

 

Die Grenzziehungen nach dem Ersten Weltkrieg hatten für die Schutzarbeit völlig neue Verhältnisse geschaffen: Sudetenland, Untersteiermark, Gottschee, das Kanaltal und Südtirol waren Ausland geworden, andererseits war der Großteil Deutsch-Westungarns – das Burgenland – an Österreich gefallen. Eine Fortsetzung der Arbeit der Südmark war zunächst nur innerhalb der Staatsgrenzen möglich (Burgenland, Südsteiermark, Unterkärnten). Insbesondere der Volkskundler Viktor von Geramb trug damals durch seine Vorträge viel zu einem neuen, den Erfordernissen der Zeit angepaßten Selbstverständnis und einer „geistigen Aufrüstung“ der Südmark bei.
Werbearbeit und Geldzuwendungen (800.000 Kronen) der Südmark dienten der Propaganda für den Erhalt von Kärntens Einheit und der Durchführung der Kärntner Volksabstimmung. Auch für die Abstimmungen in Oberschlesien und Ödenburg wurden Mittel bereitgestellt.

1921 schlossen sich der „Bund der Deutschen Niederösterreichs“ (gegr. 1903) und „Verein zur Erhaltung des Deutschtums in Ungarn“ (gegr. 1907) der Südmark an. Als im selben Jahr gemäß dem Vertrag von Trianon der Anschluß des Burgenlandes an Österreich erfolgte, rief die Südmark zur „Heinzenspende“ auf: Deutsche Bücher sollten die muttersprachlichen Kenntnisse der Westungarn-Deutschen („Heinzen“) festigen oder wiedererwecken helfen – hatten doch diese bis 1921 nur Unterricht in ungarischer Sprache erhalten! Spiel- und Tanzgruppen wurden auf Wanderfahrten ins Burgenland entsandt, Weihnachtsbescherungen und Patenschaftsverhältnisse sollten die Einbindung der Bevölkerung in den neuen Staat Österreich fördern.

Mit der Rheinlandspende (1923/1924) konnte die Südmark 2000 Kindern aus dem durch französische Besetzung wirtschaftlich daniederliegenden Rhein-Ruhr-Gebiet einen mehrmonatigen Erholungsaufenthalt in der Steiermark bzw. in Kärnten bieten.

1922 wurde im Erdgeschoß des Südmarkhauses die Alpenland-Buchhandlung Südmark eingerichtet, die auch als Verleger aufschien und sich insbesondere durch eine umfangreiche Lehrmittel-Abteilung auszeichnete. 300 Südmark-Volksbüchereien konnten ihre Bildungsaufgabe in der Nachkriegszeit erfüllen.

Die Jugendarbeit der
Südmark war in der Nachkriegszeit naturgegeben von der allgemeinen Jugendbewegung bestimmt, 1924 wurde eine eigene „Südmark-Jugendbewegung“ ins Leben gerufen: Der Wiederaufbau der Burgruine Gösting war eines ihrer bleibenden Werke. Volkskunstfahrten führten viele Südmark-Jugendgruppen ins Deutsche Reich, um Interesse und Verständnis für das Grenzland im Südosten zu wecken.

1924 gestaltete sich die 35-Jahr-Feier der Südmark in Graz zu einem Höhepunkt im Vereinsleben: Die Festversammlung wurde im Stefaniensaal abgehalten, ein Trachtenfestzug führte zu einem steirischen Volksfest nach St. Martin, den Abschluß bildete eine Fahrt ins Burgenland.

Der Deutsche Schulverein Südmark - Kreis Steiermark

Am 29. März 1925 kam es zur Vereinigung des Deutschen Schulvereines (gegründet am 2. Juli 1880 in Wien) mit dem Verein
Südmark zum „Deutschen Schulverein Südmark“; aus vermögensrechtlichen Gründen blieben die beiden alten Vereine mit eingeschränkter Tätigkeit bestehen. Der Deutsche Schulverein war bereits seit 1921 (Tagung in Salzburg) der „Verband Österreich des Vereines für das Deutschtum im Ausland“ (VDA) – diese Rolle kam nunmehr dem Deutschen Schulverein Südmark zu.Die Südmark brachte in den neuen Verein rund 50.000 Mitglieder in etwa 500 Ortsgruppen ein, der Deutsche Schulverein 60.000 Mitglieder in 662 Ortsgruppen. 412 Volksbüchereien gehörten dem Verein, der jährlich am 13. Mai (Jahrestag der Beschlußfassung für die Gründung des Vereines in Wien) zur großen Schulvereinssammlung aufrief.

Bald konnte der Verein auch Verbindung zu den Auslandsdeutschen in den Nachfolgestaaten der Monarchie aufnehmen: Freilich mußte die Arbeit – obwohl sie gemäß dem für die Auslandsdeutschen propagierten Leitspruch „Volkstreu und staatstreu“ nirgends gegen den Staat gerichtet war, sondern allein der Unterstützung der Landsleute diente – dort im Stillen durchgeführt werden, so insbesondere in Jugoslawien (Gottschee, Untersteiermark) und Südtirol (Förderung der „Katakombenschulen“). Das Augenmerk des Vereins galt aber auch den Deutschen in Ungarn und in der Slowakei.

Der Kreis Steiermark des Deutschen Schulvereines Südmark hatte seinen Sitz im Südmarkhaus in Graz, die zugewiesenen Arbeitsgebiete waren die Steiermark und das südliche Burgenland. Im steirischen Grenzland konnten fünf „Südmark-Schulen“ errichtet werden: Soboth (Dr.-Gustav-Groß-Schule, 1926), Glanz-Langegg (Dr.-Robert-Sieger-Schule, 1926), Rothwein (Dr.-Hans-Kloepfer-Schule, 1930), Laaken (Franz-Xaver-Mitterer-Schule, 1931), Kleinradl (Peter-Rosegger-Volksschule, 1936); vier Grenzland-Volksschulen wurden mit Mitteln des Vereines erweitert: Großwalz, St. Lorenzen, Ratsch (Dr.-Ferdinand-Eger-Schule) und Spielfeld. In Oberwart (Südburgenland) wurde die Einrichtung der Hauptschule bei deren Errichtung bereitgestellt.

Im Sommer 1932 organisierte der Kreis Steiermark ein studentisches Arbeitslager zum Bau der Straße von Mauthnereck nach Rothwein, um diesen Ort dem Verkehr zu erschließen. Mit der Errichtung eines Mustergutes in Rothwein (eigene Molkerei, Schafzucht) half man den Bauern, sich auf neue Wirtschaftsformen umzustellen.

Die Leitung des Kreises Steiermark sorgte auch für die ständige Beschickung der Burse in Marburg an der Lahn, um junge Menschen mit den Fragen des Grenz- und Auslandsdeutschtums in Berührung zu bringen. Die Fahrten der Südmark-Volkskunstgruppen ins Deutsche Reich wurden fortgesetzt. Tanz-, Sing- und Laienspielgruppen fuhren ins Grenzland (Soboth, Burgenland), aber auch in die Untersteiermark, in die Gottschee, ins Banat, nach Siebenbürgen, in die Bukowina …

1930 wurde konnte das Haus des Haushaltungsschulvereines in der Grazer Goethestraße übernommen als Mädchenheim („Südmark-Lehrerinnenheim“) fortgeführt werden. An fast allen Mittelschulen bestanden Schulvereins-Schulgruppen in den Mittelschulen. Der Jugendaustausch Ostseestrand–Alpenland brachte alljährlich norddeutsche Jugend in die Alpen und steirische Buben und Mädchen ans Meer.

Der Deutsche Schulverein Südmark war Mitträger des damals von allen großen Parteien Österreichs (Christlich-soziale, Großdeutsche, Landbund, Sozialdemokraten) vertretenen Anschlußgedankens, daher setze er sich 1931/32 auch nachdrücklich für die (vom Haager Gerichtshof schließlich abgelehnte) Zollunion Österreichs mit dem Deutschen Reich ein.

Im „Ständestaat“ (ab 1933) wurden einzelne Ortsgruppen, 1935 alle Jugendgruppen aufgelöst. Der Deutsche Schulverein Südmark als Dachorganisation konnte sich aus Parteipolitik heraushalten und blieb daher weitgehend unangetastet, obwohl die Behörden seiner gesamtdeutschen Orientierung mit Mißtrauen begegneten. 1938 wurde der Verein dem VDA (mittlerweile „Volksbund für das Deutschtum im Ausland“) eingegliedert.

Der Verein Südmark nach dem Zweiten Weltkrieg
 
Als sich 1925 sich der Deutsche Schulverein und der Verein Südmark zum Deutschen Schulverein Südmark vereinigt hatten (s. o.), waren vereinsrechtlich neben dem neu gebildeten die beiden alten Vereine bestehen geblieben. Durch die im Zuge der Gleichschaltungsmaßnahmen des Jahres 1938 erfolgte Eingliederung in den VDA wurden der Deutsche Schulverein und der Deutsche Schulverein Südmark aufgelöst, nicht aber der Verein
Südmark, der sich nach dem Krieg um die Wiedererlangung des mittlerweile unter die Verwaltung eines öffentlichen Liquidators gestellten Vermögens der Schutzvereine bemühte.
Zu diesem Vermögen der Schutzvereine gehörten neben einer Reihe von Schulen insbesondere das in den Jahren 1914 bis 1916 erbaute Schulvereinshaus in Wien (Fuhrmannsgasse 18) und das 1910 vom Verein Südmark angekaufte Haus in Graz (Joanneumring 11), das spätere „Südmarkhaus“. Dieses war am 18. Februar 1945 durch einen Bombentreffer schwer beschädigt worden, wodurch vermutlich das gesamte Archiv der alten Südmark zugrunde ging.

Das Südmarkhaus gelangte am 24. Juli 1958 wieder in das Eigentum des Vereines Südmark. Die Räumlichkeiten der alten Südmark waren allerdings mittlerweile dem Bundesstaatlichen Volksbildungsreferenten zur Verfügung gestellt worden, sodaß sich Verein Südmark zunächst mit einem einzigen Zimmer begnügen mußte. Erst ab 1962 stand dem Verein wieder nahezu der gesamte erste Stock des Hauses zu Verfügung. 

      

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Das Südmark-Haus heute
Graz, Joanneumring 11

     
Das Schulvereinshaus in Wien sowie die Schulen in Steiermark und Kärnten gelangten allerdings erst 1969/70 wieder in das Eigentum des Vereines Südmark. Für die steirischen Schulen wurden Fruchtgenußverträge mit den Gemeinden als Schulerhaltern abgeschlossen, die Kärntner Schulen fielen an den Kärntner Schulverein Südmark. Das Haus in Wien war auf einem gemeindeeigenen Grundstück errichtet worden; erst 1983 konnte der Verein Südmark den Grund erwerben und in der Folge Haus und Grund durch Verkauf an die Österreichische Landsmannschaft weitergeben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg galt die Arbeit des Vereines
Südmark vornehmlich der wirtschaftlichen und kulturellen Förderung des südsteirischen Grenzlandes in Zusammenarbeit mit Stellen der Landeregierung, der Grenzbezirksverwaltungen und der Grenzgemeinden der Steiermark (siehe Förderungsprojekte).

Die Alpenlandbuchhandlung Südmark

Im Erdgeschoß des Südmarkhauses stand dem Verein
Südmark (später dem Deutschen Schulverein Südmark) ab 1922 eine 1921 gegründete Buch-, Verlags- und Lehrmittelhandlung zur Verfügung, die 1945 in öffentliche Verwaltung geriet und 1952 vom Alpenländischen Kulturverband gekauft wurde.

Mit 1. November 1957 wurde die Buchhandlung an das Alpenlandkaufhaus Kastner und Öhler verkauft, die den Betrieb als Mieter des Vereines Südmark weiterführte. Im Verlag der Buchhandlung, der weiterhin insbesondere um die Herausgabe von Jugendliteratur und Lehrbehelfen bemüht war, erschienen 1967 anläßlich des 100. Geburtstages des weststeirischen Dichters Hans Kloepfer dessen gesammelte Werke in drei Bänden sowie die Werkauswahl „Joahrlauf“. Mit 1. Jänner 2005 wurde die Buchhandlung aufgegeben.